
Digitale Transformation ist ein dauerhafter Prozess – und für Regionalverlage eine besondere Herausforderung. Was das in der Praxis bedeutet, zeigte Michael Greuel, Mitglied der Chefredaktion des Kölner Stadt-Anzeigers, im Forward Publishing Webinar – am Beispiel von fünf Redaktionen an acht Standorten mit einem Einzugsgebiet von rund zwei Millionen Menschen.
Transformation als Daueraufgabe
„Die Zeiten, in denen man sich alle fünf bis zehn Jahre verändern musste, sind längst vorbei.“ Für Michael Greuel fühlt sich der Prozess oft wie Sisyphos-Arbeit an: täglich neue Herausforderungen, kein endgültiger Abschluss. Umso wichtiger ist ein Kulturwandel, der nicht nur neue Tools einführt, sondern eine dynamische Mentalität für Wandel und Veränderung verankert.
„Die Zeiten, in denen man sich alle fünf bis zehn Jahre verändern musste, sind längst vorbei.“ Für Michael Greuel fühlt sich der Prozess oft wie Sisyphos-Arbeit an: täglich neue Herausforderungen, kein endgültiger Abschluss. Umso wichtiger ist ein Kulturwandel, der nicht nur neue Tools einführt, sondern eine dynamische Mentalität für Wandel und Veränderung verankert.
Was in Lokalredaktionen schiefläuft
Greuel ist selbstkritisch: Die Zentrale habe oft Prozesse und Erwartungen vorausgesetzt, die in den Außenredaktionen noch gar nicht angekommen waren. Das Ergebnis war Frustration auf beiden Seiten. „Wir haben es verpasst, richtig zu kommunizieren, zu erklären, mitzunehmen.“
Hinzu kam, dass das Interesse an KPIs, Daten und Auswertungen in den Außenredaktionen gering war – nicht aus Desinteresse, sondern weil man sich mit Reportings alleingelassen fühlte. Unklare Entscheidungswege und fehlende Kommunikation sorgen für eine „Schwammigkeit“, die sich negativ auf die Kennzahlen auswirkt.
Was der Kölner Stadt-Anzeiger konkret tut
Gemeinsam mit den Außenredaktionen wurden klare Prämissen für die gemeinsame Arbeit formuliert: Digitale Abos sind der Wachstumsmarkt. Jüngere Zielgruppen sind fast ausschließlich digital erreichbar. Digitale Produktion ist Kernaufgabe – Print nachgelagert. Und: Veränderungsprozesse sind immer auch Kommunikationsprozesse.
Daraus folgen konkrete Maßnahmen:
- Wöchentlicher Digital-Jour Fixe der Führungskräfte
- Hospitanzen in der Zentrale für Außenredakteur:innen
- Entlastung von Printaufgaben zugunsten digitaler Kernaufgaben
- Vereinfachte Dashboards und einheitliche Kommunikationswege
- Ein zentrales Support-Team für Distribution, SEO und Schulungen
Bei der Wahl des Redaktionssystems fiel die Entscheidung auf Livingdocs – Partner der Forward Publishing Plattform – weil es „für deutlich mehr Effizienz sorgt“. Das Ziel dahinter ist klar: „Wir wollen erreichen, dass die reine Produktionsarbeit so wenig Zeit wie möglich frisst.“
Führungskräfte, die diesen Wandel vorantreiben wollen, brauchen laut Greuel vor allem Sensibilität und Empathie – und Konsequenz: „Man darf nicht den Eindruck erwecken, alles, was in den letzten Jahren geleistet wurde, sei wertlos. Auf der anderen Seite muss man die neuen Prämissen mit einer gewissen Vehemenz in den Tagesablauf bringen.“
Zu den Kölner Stadt-Anzeiger Medien: https://ksta-medien.de/