Neue Zielgruppen erschließen, Google FLoC, Afiliate-Marketing & mehr

Diese Woche im Publisher-Update: Die Leserschaft online erweitern, Googles neue Marketing-Technik FLoC, Affiliate-Marketing optimieren und eine Umfrage zu vertrauensbildenden Faktoren bei News.

Mit welcher Digitalstrategie erreichen Publisher und Verlage Leser besonders gut? 
Karolina Grabowska, Pixabay

Online neue Zielgruppen erschließen: Zwei Zeitungen berichten über ihre Digitalstrategie

Die täglich erscheinende italienische Zeitung La Repubblica hat fast ebenso viele Print- wie Digital-Abonnenten (140K vs. 134K). Die Pandemie habe den Fokus weiter Richtung digital verschoben: „Wir sind wegen der Pandemie jetzt eine Digital First Zeitung“, sagt Chefredakteur Maurizio Molinari.

Die redaktionellen Abläufe orientierten sich jetzt zuerst an den digitalen Produkten. Laut Molinari ist das „eine große Veränderung“, bei der die Zeitung neues Zielgruppenpotenzial erschließt: „Die gleiche Redaktion produziert Inhalte, die, wenn man sie auf verschiedene Plattformen stellt, ein ganz anderes Publikum erreichen.“ Die Herausforderung bestünde insbesondere darin, Frauen und Jugendliche auf die Webseite und dann zum Printprodukt zu bringen.

The Sunday Times ist die größte Sonntagszeitung in UK und Irland (Auflage: 650K). Obwohl sich die Printausgaben noch immer zahlreich verkaufen, weiß Herausgeberin Emma Tucker, dass der Markt für langfristiges Wachstum digital ist. Die Pandemie habe diese Entwicklung noch verdeutlicht: „Was macht man mit dieser großen Traditionsmarke? Sosehr man auch weiß, dass das gesamte zukünftige Wachstum im digitalen Bereich liegt, konnte ich die Printausgabe nicht einfach vernachlässigen, weil sie diese einzigartige Position in Großbritannien einnimmt“, sagt Tucker.

Ihre digitale Wachstumsstrategie: Sie will online mehr und neue Zielgruppen erschließen, die eine traditionelle Sonntagszeitung nicht in Betracht ziehen. So startete sie etwa eine Kampagne speziell für Leserinnen. Junge und diverse Zielgruppen interessieren sich laut Tucker mehr für Kontext, Analysen, Praxisbeispiele und Geschichten über Menschen. Speziell Frauen würden konstruktive und lösungsorientierte Geschichten wertschätzen.

Digital versuche das Blatt daher, die „Anziehungskraft zu erweitern“ und über Lösungen zu berichten. Die Printausgabe sieht Tucker zukünftig als Premium-Produkt und „Verabredung“ mit den hart gesottenen Fans.

Mehr zum Thema: Jacob Granger für journalism.co.uk – Decisions, decisions: weighing up long-term revenue models in digital publishing

Was ist Google FLoc?

Das Ende des Third-Party-Cookies und damit einhergehend personalisierter Werbung treibt Publisher um – und Google, das den größten Teil seiner Umsätze mit Online-Werbung verdient.

Mit „Federated Learning of Cohorts“ (FLoC) bietet Google eine neue Technik an, die große Anwendergruppe in interessensbasierten Kohorten zusammenführt. Auf Basis von Browserdaten ordnet Google einzelne Browser-IDs einer Kohorte zu und leitet diese Information an einen Seitenbetreiber weiter. Der kann dann passend zu seinen größten Kohorten mit Werbetreibenden kooperieren.

FloC ist also der Versuch eines Kompromisses zwischen der Privatsphäre der Nutzer und den Forderungen der Online-Werbeindustrie nach möglichst passgenauer Werbeausspielung. Weitere Erklärungen und eine Origin Trial für Chrome bietet Google hinter dem Link an. Eine ausführlichere Erklärung zu FLoC sowie erste Handlungsempfehlungen für Werbeverantwortliche gibt es beim Search Engine Journal.

Tipps für erfolgreiches Affiliate-Marketing

Für insgesamt höhere Umsätze und um die Abhängigkeit von einzelnen Erlösquellen zu reduzieren, setzen viele Publisher auf zusätzliches Affiliate-Marketing: Sie bringen Leser:innen in Online-Shops und verdienen bei einem erfolgreichen Verkauf prozentual mit.

Weltweit nutzen Publisher diese Strategie, darunter bekannte Marken wie Digital Trends, „Wirecutter“ von der New York Times und BuzzFeed. Publisher, die sich für den Einstieg ins Affiliate-Marketing interessieren oder ihre bestehende Strategie auf Optimierungspotenzial untersuchen wollen, könnten im Guide „5 Ways to Earn with Affiliate Marketing“ fündig werden.

Studie über das Vertrauen von Leser:innen in News

Das Pew Research Center hat gemeinsam mit dem Reuters Institut und der Non-Profit-Organisation Knight Foundation 12,045 erwachsene US-Bürger zu vertrauensbildenden Faktoren im News-Geschäft befragt.

Die wesentlichen Erkenntnisse: Die Marke zählt - 50 Prozent der Teilnehmer:innen geben die Organisation als größten Vertrauensfaktor an, dicht gefolgt von den zitierten Quellen (47 %). 30 Prozent der Befragten richten sich nach ihrem eigenen Bauchgefühl, 24 Prozent befassen sich näher mit den Autoren und 23 Prozent vertrauen insbesondere der Quelle, die den Inhalt mit ihnen geteilt hat.

Interessant: Die Reaktionen in Social Media sollen mit nur sechs Prozent kaum einen Anteil an der Glaubwürdigkeit eines Berichts haben. Die vollständige Studie ist bei journalism.org einsehbar.

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